Biotopsanierung Danstedt und Aspenstedt

 

Der Gesetzgeber hat in Sachsen-Anhalt eine Reihe von Biotoptypen direkt, also ohne Notwendigkeit einer Verordnung, unter besonderen Schutz gestellt.

Die Verwaltungsgemeinschaft Harzvorland-Huy trägt eine große Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung von natürlichen Biotoptypen wie z. B. Laubwälder, Trockengebüsche, Bäche, Felsen, Feuchtbiotope und ebenso für die vom Menschen abhängigen Ersatzbiotope wie z. B. sekundäre Sand- und Kalkmagerrasen, Streuobstwiesen und ausgelassene Steinbrüche. Vor allem kulturbedingte Biotope unterliegen oft einer rasanten Veränderung, wenn die bisherige Nutzung aufgegeben wurde. 

Naturnahe Gestaltung – Assebach

Quellen sind der Ursprung aller Fließgewässer. Ihre Wasserbeschaffenheit trägt noch deutliche Züge des Grundwassers. Eine bedeutende Quellregion ist der Huy durch die Ausbildung quellbegünstigter hydrogeologischer Strukturen (Grundwasserlandschaften).

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Schutzmaßnahmen an Quellen sind deshalb besonders nötig, weil Quellräume als kleinflächige, isolierte, seltene und empfindliche Biotope gegenüber geringsten Störungen sehr anfällig reagieren. Die Quelle im Ortsbereich von Aspenstedt sollte von unnatürlichen Einfassungen und Quellbauwerken weitestgehend befreit werden. Hierzu gehören traditionelle Einfassungen in Stein. An der Quelle sollte eine standortgerechte Vegetation aufgebaut und erhalten werden, um eine Erwärmung des Wassers zu verhindern. Dies gilt auch für den Bereich des Quellbaches. 

Kopfweidenkomplex mit Rottebach

Bei den Kopfweiden handelt es sich nicht um eine bestimmte Weidenart, sondern um eine spezielle Art der Nutzung. Früher wurden die Äste und Zweige von Weiden regelmäßig abgeschnitten, um sie als Flechtmaterial oder Brennholz zu nutzen. Durch die Nutzungsaufgabe der Kopfweiden verschwinden diese wichtigen Struktur- und Biotopelemente mehr und mehr aus unserer Landschaft.

Werden die Kopfweiden nicht regelmäßig geschnitten und von ihren immer schwerer werdenden Ästen erleichtert, brechen die Weidenbäume nach 10–15 Jahren vollständig auseinander und sind für die folgenden Generationen verloren.

Mit der Wiederherstellung naturnaher Uferstrukturen am Rottebach und damit eines lebendigen Feuchtbiotops für unsere heimische Fauna und Flora ist es möglich, hier ein ökologisches Biotopverbundsystem mitzugestalten.

Alte Sandgrube

Die "Alte Sandgrube" (ein ehemals kleiner aufgestauter Teich) südöstlich von Danstedt ist heute ein Feuchtgebiet mit Sumpfcharakter. Das Biotop wird von einer Sickerquelle (durch lange zurückliegenden Sandabbau wurde ein Quellhorizont angeschnitten) gespeist und durch Gräben entwässert.

Wichtig bei der Betrachtung des Feuchtgebietes ist der hier entspringende Rottebach und das westlich angrenzende Erlenbruchwäldchen. Der sonst verrohrte und kanalisierte Rottebach durchfließt dort unbeeinträchtigt das Erlenbruchwäldchen in Richtung Danstedt.

Mit der Sicherstellung des Feuchtbiotops "Alte Sandgrube" als Lebensraum für unsere heimische Flora und Fauna ist es möglich, ein ökologisches Biotopverbundsystem (sogenannte Trittsteinbiotope) mitzugestalten, wobei hier das Erlenbruchwäldchen als Trittsteinbiotop gut zu sehen ist.

Um entsprechende Pflegemaßnahmen durchzuführen, muss der Bestand an Flora und Fauna erfasst werden. Es bietet sich an, den Kernbereich zu lichten und von übermäßigem Pflanzenbewuchs zu befreien. Im Randbereich sollten artuntypische Gehölze entfernt werden. Sinnvoll wäre ein äußerer Schutzstreifen, um das Biotop vor landwirtschaftlichen Eingriffen zu schützen.

 

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