Maßnahme für Jugendliche - Rekonstruktion eines Flugzeuges

 

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Arbeitsamtsbezirk Nordharz ist sehr kritisch. Hier liegt die Arbeitslosenquote durchschnittlich bei 18,5 Prozent. Davon sind ca. 11,6 Prozent Jugendliche unter 25 Jahren. Gleichzeitig gibt es in dieser Region aber auch positive Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Expansion der Metallbranche. Aber gerade gegen Metallberufe gibt es unter den Jugendlichen starke Vorbehalte, hervorgerufen durch den massiven Stellenabbau zu Beginn der 90er Jahre. 

Durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente unterstützt das Arbeitsamt den Ausgleichsprozess auf dem Arbeitsmarkt. Mit der Gewährung arbeitsmarktpolitischer Leistungen im Rahmen des Jugendsofortprogramms, Maßnahmen der Erstqualifizierung, die Einbeziehung auch benachteiligter Jugendlicher und berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen für die vorgesehene Rekonstruktion eines Flugzeuges sollen Vorbehalte gegen Metallberufe abgebaut und die Jugendlichen motiviert werden, einen entsprechenden Beruf zu ergreifen.

Ziel ist letztlich, den Bedarf an Facharbeitern in den Unternehmen zu gewährleisten und damit die geplanten Ansiedlungen von Unternehmen abzusichern.

Die Idee, ein Flugzeug zu rekonstruieren, basiert auf einem tiefen historischen Hintergrund. Zu den Städten, in denen in der Vorkriegszeit die deutsche Fliegerei festen Fuß fasste, gehörte Halberstadt. Bereits im Jahr 1911 hatte sich die „Halberstädter Flugplatzgesellschaft“ zusammengeschlossen mit dem Zweck, in regelmäßigen Abständen Flugvorführungen zu veranstalten. Zuerst waren die baulichen Voraussetzungen zum Bau einer Flugzeugfabrik mehr als bescheiden, eine offene Getreidescheune bildete den Kern der Anlage.

Im Jahr 1912 wurde in Halberstadt die „Deutsche Bristol-Werke- Flugzeug-Gesellschaft mbH“ gegründet und damit ein wichtiger Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung der Firma gelegt. Halberstadt als Standort wurde ausgewählt, weil die Stadt ein Flugfeld am Stadtrand, eine entsprechende Straßenanbindung und eine Flugzeughalle kostenlos zur Verfügung stellte. Neben der Gründung der Flugzeugbaufirma wurde gleichzeitig eine Flugschule gegründet und somit Flugzeugbau und Pilotenausbildung sinnvoll verbunden.

Ziel des Projektes

Jugendliche sollen durch eine anspruchsvolle und interessante Aufgabe an den Beruf eines Metallarbeiters herangeführt und auf hohem Niveau ausgebildet werden.

Die Rekonstruktion des Flugzeuges und die Ausbildung von Jugendlichen erfolgt in einer Halle des Luftfahrtmuseums in Wernigerode. Facharbeiter, die die im Museum vorhandenen Luftfahrzeuge restaurieren, warten und pflegen, werden die Teilnehmer anleiten. Hier sind auch technische Dokumentationen einsehbar und erforderliche Spezialwerkzeuge nutzbar.

Das VHS-Bildungswerk übernimmt im Rahmen des Jugendsofortprogramms die theoretische und berufspraktische Betreuung durch Sozialpädagogen und fachlich geeignete Anleiter/Meister.

Neben der qualifizierten Ausbildung der Jugendlichen und der damit einhergehenden grundlegenden Verbesserung der Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt wird nicht zuletzt auch ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit geleistet.

Durch unser Büro wurde das Konzept erstellt und alle finanziellen Fragen mit dem Arbeitsamt und den Sponsoren geklärt. Ein geeignetes Flugzeug wurde von Mitarbeitern des Brücke e. V. besorgt.

 

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