„Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit der Holtemme und des Zillierbaches im Stadtgebiet Wernigerode“

In Zusammenarbeit mit der Stadt Wernigerode unterstützt das „Büro zur Förderung der Beschäftigung und regionalen Entwicklung“ das Projekt „Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit der Holtemme und des Zillierbaches im Stadtgebiet Wernigerode“. 

Das Projekt umfasst den Rückbau von Wehranlagen des Gewässers Holtemme in der Stadt Wernigerode mit dem Ziel, den Bachlauf zu renaturieren und speziell der Harzer Bachforelle, sie gehört zu den gefährdeten Arten und stellt das Wappentier der Stadt dar, einen geeigneten Lebensraum zu bieten.

Die vorhandenen Wehranlagen verhindern das Erreichen der Laichhabitate der Harzer Bachforelle und sichern so nicht die natürliche Reproduktion. Um diesen Prozess der Eigendynamik wieder herzustellen ist die lineare Durchgängigkeit bis zum Bachoberlauf erforderlich.

Der Rückbau der Wehranlagen ist nicht allein durch die Stadt Wernigerode und der Nutzung der Möglichkeiten des II. Arbeitsmarktes finanzierbar.

Neben den genannten Effekten ergibt sich für die Mitglieder der Vereine „Wildfisch und Gewässerschutz e. V.“ und dem „Verein für Angler & Naturfreunde e. V.“ eine wesentliche Entlastung dahingehend, dass das Umsetzen per Hand durch elektrisches Abfischen unterhalb der Querbauwerke und das Absetzen der Fische in den Quellbereich entfällt und somit die Vereinsmitglieder ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen können.

 

Einige der umzubauenden Wehranlagen

     
Querbauwerk H1 Querbauwerk H2 Querbauwerk H4
"Goslarsche Gleie" "Friedel Süßwaren" "Papierfabrik oberes Qbw."

 

Beschreibung des aktuellen Umweltproblems

Die flussaufwärts gerichteten Laichwanderungen der Bachforelle enden vorzeitig an den zahlreichen Querbauwerken des Fließgewässers, ohne dass geeignete Laichhabitate erreicht werden. Die Tiere haben keine Chance sich zu reproduzieren.

In umfangreichen Arbeitseinsätzen werden die Fische unterhalb der Querbauwerke im Herbst durch engagierte Mitarbeiter des Wildfisch- und Gewässerschutzes e. V. und des Vereins für Angler und Naturfreunde e. V. elektrisch abgefischt und in Transportbehälter zu den Oberläufen des Fließgewässers gebracht und dort ausgesetzt. Durch die Realisierung des geplanten Vorhabens können die Tiere auf natürliche Art und Weise ihre Laichplätze erreichen.

Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Holtemme bis zu den Bachoberläufen ökologisch durchgängig zu gestalten. Dazu ist es erforderlich, dass insgesamt 17 Querbauwerke unterschiedlichster Größenordnung allein im Landkreis Wernigerode mit Fischaufstiegen versehen werden.

Bestandskontrollen vor und nach der Umsetzung des Vorhabens sollen Aufschlüsse über die Entwicklung des Lebensraumes “Fließgewässer” geben. Dabei sollen nicht nur die Wanderbewegungen der Fische betrachtet werden, sondern auch die verbesserten Lebensbedingungen der Makrozoobenthosarten untersucht und dokumentiert werden.

Durch das Vorhaben wird auch der Erlebniswert für Bürger und Besucher der Stadt Wernigerode erhöht. Ein Naturlehrpfad soll über die unterschiedlichen Fischaufstiegsanlagen informieren.

Durch den Bau der Fischtreppen wird gleichzeitig ein Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Bereich der Bauwirtschaft geleistet bzw. das öffentliche Auftragsvolumen für die heimischen Baugewerbe erhöht und somit Beschäftigung gesichert.

Modellcharakter

Die Auswahl der geplanten Fischaufstiegsvarianten ist abhängig von der Art und Größe der Querbauwerke. Die Methoden zur Lösung der Umweltproblematik und die dabei gesammelten Erfahrungen lassen sich nutzbringend auf weitere Vorhaben in anderen Fließgewässern anwenden.

Erfolge

 

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