„Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit der Holtemme und des Zillierbaches im Stadtgebiet Wernigerode“ (Teil 2)

Die Stadt Wernigerode ist bestrebt, die Fließgewässer ihres Stadtgebietes ökologisch durchgängig zu gestalten.
In den Jahren 1997 bis 2001 wurde der Zillierbach durch den Rückbau der Querbauwerke oder den Einbau von Fischaufstiegen unterschiedlicher Art ökologisch durchgängig gestaltet und der Lebensraum geschützter Fischarten wie der Groppe und der Harzer Bachforelle nachhaltig erweitert.

Die Holtemme – ein weiteres Fließgewässer im Stadtgebiet – wurde nach dem Einbau eines Rauhgerinne–Beckenpasses in das Querbauwerk H6 (1997) im Jahr 2001 um einen weiteren wesentlichen Fischaufstieg am Querbauwerk 2 (H2) ergänzt. 

Die Renaturierung der Wehranlage H2 – eine der größten Querverbauungen im Bereich der Holtemme – wurde möglich, weil die Umweltstiftung der Hamburger Elektrizitätswerke (HEW) einen namhaften finanziellen Beitrag zur Umsetzung des Projektes bereit stellte. Darüber hinaus steuerte der Wildfisch- und Gewässerschutz e.V. Wernigerode den durch die Hasseröder Brauerei ausgelobten Umweltpreis in Höhe von 10 TDM bei. Die Bundesanstalt für Arbeit förderte die Beschäftigung von 7 Arbeitnehmern in diesem Projekt und stellte zum Umbau des Querbauwerkes 280 TDM zur Verfügung. Insgesamt wurden am Wehr H2 mit dem Einbau des Mäander-Fischpasses ca. 400 TDM für die ökologischen Ausgleichmaßnahmen eingesetzt.

Darüber hinaus entlastete die Realisierung dieses Projektes gleichzeitig die schwierige regionale Arbeitsmarktsituation (20% Arbeitslosenquote), insbesondere im stark betroffenen Bauwesen.

Umbauarbeiten am Querbauwerk H2
     
vor Beginn der Arbeiten der Umbau hat begonnen Mäander-Fischpass

Zweite Ausbauphase Realisierungszeitraum 05/2002 bis 10/2002

In einer weiteren Phase im Jahr 2002 plant die Stadt Wernigerode mit dem Einbau eines Rauhgerinne – Beckenpasses in das Querbauwerk H4 und einer Sohlrampe in H5 (H4 und H5 sind ein Doppelwehr) in einem Volumen von 255 TDM zielstrebig und nachhaltig die Durchsetzung der ökologischen Durchgängigkeit der Holtemme. 

Der Obere Sohlabsturz (H4) an der ehemaligen Papierfabrik besteht aus in Beton gesetzten Natursteinen und hat eine Breite von 19 m. Der Höhenunterschied beträgt 1,85 m. Die Ufermauern sind aus Natursteinmauerwerk und in weitestgehend gutem Zustand. Am linken Ufer befindet sich die Wiedereinleitung des bei H3 ausgeleiteten Mühlgrabens. Ein Abriss des Absturzes ist aus Kostengründen unrealistisch. Aus diesem Grund soll eine technische Aufstiegsanlage in Form eines Rauhgerinne-Beckenpasses am rechten Ufer  errichtet werden.

Der Sohlabsturz und die Ufermauern des Querbauwerkes H5 bestehen aus Natursteinmauerwerk. Die Kronenbreite beträgt 8,15 m und der Höhenunterschied 1,50 m. Am linken Ufer befindet sich eine Straße. Der obere Teil der rechten Ufermauer stellt das Fundament und die Außenwand eines Gebäudes dar. Das bestehende Wehr wird rückgebaut und durch eine Sohlrampe in Riegelbauweise über die gesamte Gerinnebreite unter einer Neigung von 1:12 ersetzt. Die vorhandenen Ufermauern bleiben erhalten. Für die Sohlrampe wird die gesamte vorhandene Sohlbreite von 8,15 m genutzt.

Querbauwerke H4 und H5
   
Querbauwerk H4 Querbauwerk H5
"Papierfabrik oberes Qbw." "Papierfabrik unteres Qbw."

Mit dem Umbau dieser beiden Wehranlagen wird erreicht, dass die Verbindung zwischen dem Zillierbach und der Holtemme hergestellt und die Laichhabitate beider Fließgewässer durch die Fische eigenständig angeschwommen werden können. Erstmals seit über 100 Jahren können Fische aus dem Zillierbach die Laichhabitate im „Braunen Wasser“, einem Zufluss zur Holtemme, erreichen. 

Bestandskontrollen vor und nach der Umsetzung des Vorhabens sollen Aufschluss über die Entwicklung des Lebensraumes Fließgewässer geben.

Kooperationspartner

Landkreis Wernigerode, Amt für Umwelt und Naturschutz

Wildfisch- und Gewässerschutz e. V.

Umweltstiftung der HAMBURGISCHEN ELECTRICITÄTS-WERKE

Hasseröder Brauerei

Brücke e. V.

Arbeitsförderungs- und Sanierungsgesellschaft mbH „Nordharz“

Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

NABU, Kreisgruppe Wernigerode

Angler und Naturfreunde e. V.

 

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