Der Pfarrgarten Rieder

 

Die im Pfarrgarten Rieder sichtbare Struktur als auch die verwendeten Pflanzen sind typisch für Pfarrgärten. Der Garten bietet von seiner Größe her die Möglichkeit viele Pflanzengattungen und Pflanzensorten unterzubringen. Es gab unterschiedliche Teile des Rieder Pfarrgartens: Den parkähnlichen Teil mit Rasenflächen und Gehölzen, die Rabatten mit Stauden entlang der mit Bux eingefassten Wege, den Vorgarten und den große Nutzgartenteil. Typische Elemente der Gestaltung waren Wegekreuze mit Rondellen, Bux–Einfassungen, aus Pflanzen geformte Durchgänge und Wandspaliere. Am Ende der Wege wurden Sitzplätze angelegt. 

Der Pfarrgarten Rieder war und ist wie alle Pfarrgärten bis heute ein öffentlicher Garten. Das kommt besonders dadurch zum Ausdruck, dass kulturelles und kirchliches Leben in den Gärten stattfand und bis heute stattfindet.

Als Mitglied der Kirchengemeinde Rieder und des Gemeindekirchenrates lag es nahe, sich des Pfarrgartens anzunehmen und mit dem Umbau und Ausbau die typische Struktur und Schönheit des Pfarrgartens wieder herzustellen. Vom 01.09.2000 bis 31.08.2001 sowie vom 01.11.2001 bis 31.10.2002 konnte sich der Verfasser G. Usbeck unter anderem mit der Gestaltung des Pfarrgartens Rieder beschäftigen und neben der Konzipierung auch die praktische Umgestaltung vornehmen. 

Als nächster Schritt war der Garten von Schutt und Müll sowie vorhandenen abgestorbenen Baumstümpfen und Feldgehölzen zu beräumen. Der Flieder im Vorgarten wurde flächenmäßig um 60 Prozent verkleinert. Die Realisierung dieses Abschnittes hat etwa sechs Wochen mit täglich acht Stunden Arbeit in Anspruch genommen, wobei das Graben der Nutzflächen nochmals erhebliche Mengen an Steinen und Müll zu Tage gefördert hat. 

     

Pfarrgarten vor dem Rückbau

Nach den Aufräumungsarbeiten wurde die konzeptionelle Gestaltung des Gartenbildes vorgenommen. Der Verfasser G. Usbeck hat hierbei versucht, noch Vorhandenes an Pflanzen und Strukturen mit in das neue Bild einzubauen bzw. besonders herauszustellen.

Zur Zeit liegen nur die einjährigen Erfahrungen des Verfassers aus seiner eigenständigen Pfarrgartenpflege vor. Da der Umfang der Nutzung den Aufwand der Pflege bestimmt, kann also die jeweilige Kirchengemeinde bestimmen, wie groß der Pflegeaufwand sein soll. Abhängig ist dies aber auch von der jeweiligen Nutzungsart.

Entscheidend ist wohl auch, dass diejenigen, die die Pflege übernehmen mit einem Minimum an gärtnerischen Kenntnissen ausgestattet sind und darüber hinaus sich in das Bild des Pfarrgartens hineindenken können. Man wird bei der Pflege mit einem Minimum von 200 Akh rechnen müssen. Das ist der reine Pflegeaufwand ohne Erntearbeiten, also Graben, Pflanzen, Unkraut beseitigen, Rasen mähen, Bewässerung, Gehölzschnitt mit Entsorgung, Kompostarbeiten, Pflege der Wege, Staudenschnitt und Pflanzenschutzarbeiten.

Das entscheidende Kriterium für jede Gartenpflege ist die Kontinuität und die Einhaltung von Terminen. Ein zugewachsener und verwilderter Garten macht eben deutlich mehr Aufwand als ein kontinuierlich gepflegter Garten. Zur Rekonstruktion hat der Verfasser im ersten Jahr 500 Akh verbraucht, während im zweiten Jahr nur etwa 200 Akh angefallen sind.

     

Pfarrgarten nach dem Rückbau

 

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