Neuanlage eines Storchenhabitates in der Gemarkung Emersleben

Die Bürger des Ortsteils Emersleben fühlen sich seit Jahren mit den jedes Jahr im Ort brütenden Storchenpaaren eng verbunden. Die Verbundenheit veranlasste einige Bürger von Emersleben dazu, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der sich das Wohlergehen der Störche zur Aufgabe macht.

Am 13. März 1991 zerstörte ein Feuer große Teile des Schlosses ‚Storchennest’. Unter anderem fiel der sanierte Turm und der darauf befindliche Brutplatz der Störche dem Feuer zum Opfer. Mit Hilfe des neuen Gutsherren und des Vereins konnte der Turm und der Brutplatz der Störche wieder hergestellt werden. Das nächste große Projekt, welches die derzeit 30 Mitglieder des Vereins, in Zusammenarbeit mit dem Brücke e. V.; Büro zur Förderung der Beschäftigung und regionaler Entwicklung anstreben, ist die Anlage eines Feuchtbiotops.

Für die Störche selbst wird es aufgrund der intensivierten Landwirtschaft und der durchgeführten Flugbereinigung zunehmend schwieriger genügend Nahrung in ihren Revieren zu finden, die sie zur Aufzucht ihrer Jungen benötigen. Dieses Problem möchte der Storchenverein Emersleben gemeinsam mit der Stadt Halberstadt entgegentreten und auf einer rund 7400 m² großen Fläche außerhalb der Ortsanlage eine Feuchtwiese als Nahrungshabitat neu anlegen. Die ausgewählte Fläche befindet sich in unmittelbarer Nähe der Holtemme, einem Gewässer 2. Ordnung und ist mit alten Obstbäumen bestanden. Diese ehemalige Obstplantage weist allerdings erhebliche Bestandslücken auf, so dass ein zusammenhängender Obstbestand nicht mehr gegeben ist. Die noch vorhandenen Bäume sind zum Teil abgängig, was auf eine Vergrößerung der Bestandslücken schließen lässt. Wissend um die hohe ökologische Wertigkeit dieser alten Obstbäume sollen diese, bis auf einen bereits abgestorbenen Baum, erhalten bleiben und in das Vorhaben mit integriert werden. Geplant ist, im Bereich der Freifläche zwischen Obstbäumen den anstehenden Boden abzutragen, um eine leichte angeböschte Senke zu erhalten. Um den alten Obstbaumbestand nicht zu gefährden, wird die Senke außerhalb des Kronentraufbereichs des jeweiligen Baumes angelegt.

Der bei Probeschachtungen festgestellte Grundwasserbestand liegt bei ca. 1.80 m unter Geländeoberkante; bei einer geplanten Maximaltiefe von 2 m wird die Senke ständig mit Wasser gefüllt sein (Wasserstand ca. 20 – 30 cm) und so genügend Lebensraum für zahlreiche Amphibien und kleinere Fische bieten. Diese wiederum werden das Nahrungsangebot der Störche ergänzen. Der Uferbereich soll eine Initialpflanzung aus einigen einheimischen Uferpflanzen in geringer Stückzahl erhalten und sich daraus weitestgehend selbst entwickeln.

Bei der Vergabe des Hasseröder Naturpreises 2001 belegte das Projekt den mit 1000 € dotierten 3. Platz. So konnte eine große Fläche an der Holtemme am Nienhagener Weg von der Treuhand angekauft werden.

 

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